Weinanbaugebiete in Deutschland



Foto: A. Kircher-Kannemann

 

Deutschland: 13 Anbaugebiete für Wein

Das Deutsche Weinrecht, das hierzulande neben dem europäischen Weinrecht gilt, kennt insgesamt 13 Anbaugebiete. Diese erstrecken sich vom 51. Breitengrad bis hinunter zum Bodensee, an die Grenze zur Schweiz und zu Österreich. Etwa 20.000 Weinbaubetriebe bebauen in Deutschland ca. 102.000 Hektar Rebfläche. Damit ist Deutschland nur das 14. größte Weinanbaugebiet der Welt.[1] Die drei weltweit größten Weinanbaugebiete sind Spanien mit über 1.000.000 Hektar, Frankreich mit 807.000 und Italien mit 786.000 Hektar. Selbst als Weinanbaugebiete eher unbekannte Länder wie die Türkei und China liegen mit etwa 500.000 Hektar noch weit vor Deutschland. Das gleiche gilt für die USA, Portugal, Argentinien, Rumänien, Chile, Australien, Südafrika und Griechenland.
Der größte Teil der in Deutschland existierenden Weinbaubetriebe bewirtschaftet weniger als 20 Hektar bestockter Rebfläche. Fast die Hälfte der Betriebe liegt unter 2 Hektar Rebfläche, eine Größe, die im Regelfall nicht ausreicht, um den Weinbau als Vollerwerb zu betreiben.


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13 Weinbaugebiete in Deutschland

Die 13 Anbaugebiete für Wein, die das Deutsche Weinrecht nennt sind Rheinhessen, Pfalz, Baden, Württemberg, Mosel (ehemals Mosel-Saar-Ruwer), Franken, Nahe, Rheingau, Saale-Unstrut, Ahr, Sachsen, Mittelrhein und Hessische Bergstrasse. Etwa 9 bis 10 Millionen Hektoliter Wein beträgt der jährliche Ertrag der deutschen Winzer, das ist etwa ein Fünftel dessen, was in Frankreich erzeugt wird. Die Qualitäten sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen, wurden sie noch bis zu Beginn der 1990er Jahre vielfach als mittel bis gering beurteilt, so hat es seit 1992 keinen Jahrgang mehr gegeben, der nicht mit gut bis sehr gut beurteilt wurde. So verwundert es nicht, dass der größte Anteil der deutschen Weine als Qualitäts-, bzw. Prädikatswein eingestuft und vermarktet wird und der Anteil der Landweine stetig sinkt.
Diese hohe Qualität der Weine aus den deutschen Anbaugebieten förderte auch den Export, der zwischen 1990 und 2011 um 46,4 Prozent zulegen konnte und inzwischen bei über vier Millionen Hektoliter liegt.

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Bestimmte Anbaugebiete Wein

Der Begriff „Bestimmte Anbaugebiete“ entstammt dem Deutschen Weingesetz, hier steht in § 3 Abs. 1: „Für Qualitätsweine, Prädikatsweine, Qualitätslikörweine b.A., Qualitätsperlweine b.A. Und Sekte b.A, werden folgende bestimmte Anbaugebiete festgelegt:
  1. Ahr,
  2. Baden,
  3. Franken
  4. Hessische Bergstraße,
  5. Mittelrhein,
  6. Mosel,
  7. Nahe,
  8. Pfalz,
  9. Rheingau,
  10. Rheinhessen,
  11. Saale-Unstrut,
  12. Sachsen,
  13. Württemberg.“[2]
Diese bilden gemeinsam mit den von den Landesregierungen festgelegten Landweingebieten, so heißt es in § 3 Abs. 3 weiter „das deutsche Weinanbaugebiet“.

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Weinbaugebiete in Deutschland

Die Deutsche Weinverordnung sieht neben den oben genannten „bestimmten Anbaugebieten“ auch so genannte Landweingebiete vor. Ursprünglich gab es laut § 1 der Weinverordnung auch so genannte Tafelweingebiete, diese wurden mit Änderung des EU-Weinrechts vom 1.August 2009 abgeschafft.
Existent aber sind immer noch die nach § 2 der Weinverordnung definierten Deutschen Landweingebiete. In der Verordnung heißt es dazu:
„Für die Bezeichnung von Landwein werden folgende Gebiete festgelegt:
1.      Ahrtaler Landwein,
2.      Badischer Landwein,
3.      Bayerischer Bodensee-Landwein,
4.      Brandenburger Landwein,
5.      Landwein Main,
6.      Landwein der Mosel,
7.      Landwein Neckar,
8.      Landwein Oberrhein,
9.      Landwein Rhein,
10.  Landwein Rhein-Neckar,
11.  Landwein Ruwer,
12.  Landwein der Saar,
13.  Mecklenburger Landwein,
14.  Mitteldeutscher Landwein,
15.  Nahegauer Landwein,
16.  Pfälzer Landwein,
17.  Regensburger Landwein,
18.  Rheinburgen-Landwein,
19.  Rheingauer Landwein,
20.  Rheinischer Landwein,
21.  Saarländischer Landwein,
22.  Sächsischer Landwein,
23.  Schleswig-Holsteinischer Landwein,
24.  Schwäbischer Landwein,
25.  Starkenburger Landwein,
26.  Taubertäler Landwein.“[3]
Landweine sind unkomplizierte Regionstypische Weine, die meist trocken bis halbtrocken ausgebaut werden. Qualitativ rangieren sie unterhalb der Qualitäts- und Prädikatsweine.

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Wein und Anbaugebiete

Zwar ist Deutschland noch immer ein Weißweinland, aber der Anteil der hierzulande produzierten Rotweine hat in den letzten Jahren beträchtlich zugenommen und beträgt zur Zeit knapp 36 Prozent, das sind gut 36.000 Hektar Rebfläche. Um den Bedeutungszuwachs der Rotweine in Deutschland zu verdeutlichen genügt ein Blick auf die Zahlen des Jahres 1980: damals hatten die Rotweine einen Anteil von nur 11,4 Prozent an der bestockten Rebfläche. Etwa mit den 1990er Jahren setzte die Trendwende ein und zu Beginn der 2000er Jahre lag die Rotweinmenge bereits bei 26 Prozent. Seit dem Jahr 2006 bewegt sie sich mit einigen kleineren Abweichungen um 36 Prozent.
Unter den 13 Anbaugebieten gelten die Ahr, Baden und Württemberg als Rotweingebiete. Für die Ahr typisch und prägend sind der Spätburgunder und der Frühburgunder. Auch in Baden ist die häufigste Rebsorte der Spätburgunder. Für Württemberg ist der Trollinger das Nationalgetränk und auch die dort häufigste Rebsorte noch vor dem „König der Reben“ dem Riesling.
Die mit weitem Abstand häufigste Rebsorte in Deutschland ist der Riesling; mit über 22.000 Hektar bestockter Rebfläche macht er mehr als 22 Prozent der deutschen Rebfläche aus. Ihm folgt der Müller-Thurgau mit etwas mehr als 13.000 Hektar. Danach, schon beinah abgeschlagen finden sich Spätburgunder (ca. 11.000 Hektar) und Dornfelder (ca. 8.000 Hektar).

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Die Rebsorten der Anbaugebiete für Wein

Jedes der 13 deutschen Anbaugebiete hat seine spezielle Charakteristik. Alle deutschen Anbaugebiete sind Anbaugebiete für Weißwein und Anbaugebiete für Rotwein. Unterschiedliche Böden und ganz verschiedene klimatische Bedingungen machen die Eigenheiten und den Facettenreichtum des Deutschen Weins aus und führen dazu, dass in den verschiedenen Anbaugebieten auch ganz unterschiedliche Rebsorten gedeihen.
Im größten deutschen Anbaugebiet Rheinhessen sind die wichtigsten Rebsorten Müller-Thurgau, Riesling, Dornfelder, Silvaner, Portugieser, Spätburgunder, Grauburgunder, Kerner und Weißburgunder.
Der Riesling beherrscht als Weißwein die Pfalz, ebenso wie der Dornfelder als Rotwein. Die weiteren hier wichtigen Rebsorten sind Müller-Thurgau, Portugieser, Spätburgunder, Grauburgunder, Kerner und Weißburgunder.
Spätburgunder, Müller-Thurgau, Grauburgunder und Weißburgunder sowie Riesling sind die Leitrebsorten in Baden und nicht zu vergessen der fast nur dort angebaute Gutedel.
Auch Württemberg ist Rotweinland und wird vom Trollinger beherrscht. Weitere wichtige Rebsorten sind hier Riesling und Spätburgunder sowie die beiden für Württemberg typischen Rebsorten Lemberger und Schwarzriesling, die man fast nur hier findet.
Die eigentliche Heimat des Rieslings ist die Mosel, von den knapp 9.000 Hektar, die dieses Anbaugebiet umfasst entfallen über 5.000 auf diese wohl deutscheste aller Rebsorten. Auch der Müller-Thurgau findet sich häufig an der Mosel ebenso wie die für dieses Anbaugebiet ebenfalls so typische Rebsorte Elbling.
In Franken, das als Silvaner-Land gilt, wird neben dieser Rebsorte vor allem Müller-Thurgau und Bacchus angebaut.
Riesling, Müller-Thurgau, Dornfelder, Spätburgunder und Silvaner sind die an der Nahe häufigsten Rebsorten.
Die Mosel wird als Rieslinganbaugebiet vom Rheingau noch weit übertroffen. Von den gut 3.000 bestockter Rebfläche entfallen im Rheingau fast 2.500 auf diesen „König der Reben“. Auf die zweitwichtigste Rebsorte, den Spätburgunder, entfallen dagegen nur „lächerliche“ 384 Hektar.
Das nördlichste deutsche Anbaugebiet Saale-Unstrut hat ein erstaunlich weit gefächertes Rebsortenangebot, das Müller-Thurgau, Weißburgunder, Riesling, Silvaner, Dornfelder sowie Portugieser als häufigste Rebsorten umfasst.
Die häufigsten Rebsorten des  kleinen Anbaugebiets Ahr, bekannt und berühmt für seine Rotweine, sind Spätburgunder, Riesling und Portugieser.
Am östlichsten gelegen ist das Anbaugebiet Sachsen, hier herrschen vor allem die weißen Rebsorten Müller-Thurgau, Riesling, Weißburgunder und Grauburgunder vor.
Der Mittelrhein, eingetragenes UNESCO-Welterbe, ist ein Rieslinganbaugebiet. Weitere wichtige Rebsorten sind hier Spätburgunder und Müller-Thurgau.
Das kleinste deutsche Weinanbaugebiet ist die Hessische Bergstraße. Auf den hier bestockten 441 Hektar wachsen vor allem Riesling, Spätburgunder, Grauburgunder und Müller-Thurgau.


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[1]Die nachfolgenden Zahlen und Angaben zu Weinjahrgängen und Rebsorten entstammen der vom DWI vorgelegten Statistik für die Jahre 1990-2011. Die entsprechenden Statistiken finden Sie hier: http://www.deutscheweine.de/icc/internet-de/nav/d0a/d0a40b54-13f9-0401-be59-267b48205846
[2]Den vollständigen Text des Deutschen Weingesetzes finden Sie hier: http://www.deutscheweine.de/icc/Internet-DE/med/90c/90c30bc6-3923-2721-eb93-22a74c41ed8b,11111111-1111-1111-1111-111111111111.pdf

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