Weinanbaugebiet Saale-Unstrut


Foto: A. Kircher-Kannemann


Das Weinanbaugebiet Saale-Unstrut ist das nördlichst gelegene Anbaugebiet Deutschlands. Es kann auf eine lange Tradition zurückblicken denn bereits im Jahr 998 wurde der Weinanbau hier erstmals urkundlich erwähnt. Heute verteilen sich die circa 700 Hektar bestockter Rebflächen auf die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Thüringen entlang der engen und idyllischen Flusstäler von Saale und Unstrut.

Der Gast dieser Region kann viel erleben. Entlang der „Straße der Romanik“ findet sich nicht nur der berühmte Naumburger Dom sondern auch zahlreiche weitere Schlösser, Burgen und Kirchen, wie zum Beispiel das Kloster Pforta, dessen Schule Fichte, Nietzsche und Klopstock besuchten, die zu einer Besichtigung einladen. Der „Saale-Weinwanderweg“ lädt vor allem den Weinliebhaber ein diese Region und ihre zumeist trockenen Weine kennen zu lernen.


Foto: A. Kircher-Kannemann

Weinanbaugebiet Saale-Unstrut: Klima und Geologie

Durch seine Lage auf dem 51. Breitengrad ist das Anbaugebiet Saale-Unstrut nicht gerade vom Klima verwöhnt. Der Winter wartet mit starken Frösten auf und das Frühjahr beginnt erst recht spät. Dies hat zur Folge, dass Weinbau nur in sehr geschützten Lagen der Täler von Saale und Unstrut möglich ist. Diese haben ein eigenes Mikroklima, in dem die Wärme länger gespeichert wird. Bedeutsam für die Kultivierung der Reben ist auch, dass die Region mit nur 500 mm Niederschlag zu den trockensten Deutschlands zählt.
Der Weinbau erfolgt in dieser Region in Steil- und Terrassenlagen, die eine rein manuelle Bearbeitung verlangen. Die hier vorherrschenden Böden bestehen aus Buntsandstein, Lößlehm und Kupferschiefer, vorherrschend jedoch ist ein Muschelkalkverwitterungsboden, der den Weinen eine fruchtige Spritzigkeit verleiht und besonders durch seine mineralischen Noten besticht.


Foto: A. Kircher-Kannemann

Weinanbaugebiet Saale Unstrut: Rebsorten

Traditionell werden an Saale und Unstrut trockene Weine mit typisch kräftiger Säure ausgebaut. Die Sortenvielfalt ist trotz des kleinen Anbaugebietes erstaunlich. Weit über 30 Rebsorten, angeführt vom Müller-Thurgau, der über 18 Prozent der Rebfläche ausmacht, werden hier kultiviert. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich Weißburgunder, Silvaner, Kerner und Bacchus, aber auch Grauburgunder und der seltene Gutedel finden hier in die Flasche.
In den letzten Jahren stieg vor allem der Anteil der Rotweine. Zu nennen sind hier in erster Linie Blauer Zweigelt, Spätburgunder, Dornfelder und Portugieser.
Zahlreiche Strausswirtschaften und Gutsschenken laden den Besucher zum Verweilen und probieren ein.

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