Weinanbaugebiet Rheinhessen





Rheinhessen - Das Land der 1000 Hügel - Foto: A. Kircher-Kannemann
Rheinhessen ist das „Land der tausend Hügel“ und das größte Weinanbaugebiet Deutschlands. Auf über 26.000 Hektar Fläche wird hier von 3219 Betrieben in 133 Gemeinden Weinbau betrieben.

Diese sanfte Landschaft, die durch breite Täler, Bäche und sanfte Hügel geprägt ist, stellt ideale Bedingungen für einen innovativen und weit gefächerten Weinanbau dar. Es verwundert daher nicht, dass die älteste überlieferte Urkunde über eine deutsche Weinlage mit der Niersteiner Glöck ausgerechnet eine Lage im großen Rheinbogen zwischen Worms, Mainz, Bingen und Alzey benennt.
Vom Alzeyer Hügelland über den Wonnegau bis hin zur Rheinterrasse erstreckt sich ein Viertel der gesamten deutschen Rebfläche und es findet hier wohl jeder Weinliebhaber ein passendes Tröpfchen.

Rheinhessens freundliche und fröhliche Winzer - Weingut Dorst - Foto: A. Kircher-Kannemann

Klima und Geologie in Rheinhessen

Im Westen geschützt durch Mittelgebirgszüge und sich im Süden in die Rheinebene erstreckend ergibt sich im rheinhessischen Anbaugebiet ein angenehmes niederschlagsarmes und mildes Klima.
Die großen Lößflächen sorgen für eine üppige Vegetation. Im Rheintal, in dem zum Beispiel Guntersblum, Alsheim und Mettenheim zu finden sind ist der Boden durch Flugsande geprägt. Diese finden sich auch im Bereich von Mainz und Ingelheim. Kalkstein hingegen prägt die Böden in den Plateauregionen und an den Hängen. Aber auch Quarzite, Schiefer und sandige Böden finden sich hier zwischen Nordpfälzer Bergland, Hunsrück, Taunus und Odenwald.
Diese Mannigfaltigkeit der Böden ermöglicht es den Winzern eine ungeheure Vielfalt verschiedener Weine in hoher Qualität anzubauen.


Scheurebe - Foto: A. Kircher-Kannemann

Rebsorten in Rheinhessen

In Rheinhessen stellen die Weißweine mit knapp 70 Prozent der Anbaufläche den Löwenanteil dar. in den 23 Großlagen gedeihen vor allem Müller-Thurgau und Riesling. Berühmt allerdings ist Rheinhessen für seinen Silvaner. Nicht umsonst gibt es nirgendwo auf der Welt eine größere Anbaufläche für diesen edlen Tropfen als hier. Allerdings wurde der Silvaner in den letzten Jahren stark vernachlässigt. Mittlerweile jedoch erlebt dieser wunderbar frische trockene Weißwein eine Renaissance und wird mit eigenem Label als RS Silvaner von den jeweils erzeugenden Winzern vertrieben.
Aber auch Rotweine, wie Dornfelder, Portugieser und Spätburgunder finden sich in Rheinhessen immer häufiger. So macht der äußerst populäre Dornfelder inzwischen mit 13 Prozent der Gesamtanbaufläche einen beträchtlichen Teil der Weinproduktion in diesem Anbaugebiet aus.
Mit einem eigenen Gütesiegel „Herkunft mit Profil“ werden in Rheinhessen seit Jahren Weine ausgezeichnet, die besonders typisch für die Region sind, wie zum Beispiel Müller-Thurgau, Riesling, Silvaner, aber auch Weiß- und Grauburgunder und im Bereich der Rotweine sind es Dornfelder, Spätburgunder und Portugieser. Die Jury prämiert dabei Weine aus den Geschmacksbereichen trocken und Classic.


Royaler Winzersekt aus Rheinhessen - Foto: A. Kircher-Kannemann

Winzersekt in Rheinhessen

Berühmt allerdings sind die rheinhessischen Winzer für ihren Sekt. Seit Beginn der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wird hier Sekt nach einer verfeinerten und leicht veränderten Art der Méthode Champenoise, entwickelt von dem Benediktinermönch Dom Pérignon, hergestellt. Entstanden ist der belebende und typische Winzersekt. Klassisch wird dafür die Rieslingtraube benutzt, die sich mit ihrer besonders fruchtigen Säure außerordentlich gut für dieses prickelnde Vergnügen eignet. Aber auch andere Rebsorten wie Weißer Burgunder und Kerner eignen sich sehr gut. In der Zwischenzeit nimmt auch die Zahl der roten Winzersekte auf Basis von Dornfelder oder Spätburgunder immer weiter zu und erfreut sich einer wachsenden Zahl von Liebhabern.

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