Weinanbaugebiet Nahe


Foto: A. Kircher-Kannemann



Auf rund 4.100 Hektar von Martinstein bis Bingen, wo die Nahe in den Rhein mündet und entlang der romantischen Täler der Nebenflüsse Guldenbach, Gräfenbach, Glan und Alsenz
wird auf zumeist sanftem Hügelland, teilweise aber auch auf Steillagen von rund 300 Betrieben Wein angebaut.

Umrahmt wird das Anbaugebiet der Nahe durch den Naturpark Soonwald-Nahe, das Nordpfälzer Bergland, sowie Kirn, Idar-Oberstein und das Obere Nahebergland, im Osten öffnet sich die Region dem rheinhessischen Tafel- und Hügelland.
Die vielfältige Landschaft mit ihren Bächen und Wiesen wird immer wieder durchbrochen von Wäldern und bizarren Felsformationen. In Bad Münster am Stein stellt der Rotenfels das größte Felsmassiv nördlich der Alpen in Deutschland dar.
284 Einzellagen finden sich in den sechs Großlagen: Burgweg, Paradiesgarten, Rosengarten, Kronenberger, Schlosskapelle und Pfarrgarten, die sie entlang der Naheweinstraße auf über 130 Kilometern mit dem Rad oder wandernd entdecken können.
Auch die solehaltigen Heilquellen von Bad Kreuznach, Bad Münster am Stein oder Bad Sobernheim laden den Weinfreund zur Entspannung ein.

Foto: A. Kircher-Kannemann

Weinanbaugebiet Nahe: Klima und Geologie

An der unteren Nahe bis hin nach Bingen eignet sich das Klima vor allem für den Anbau von Burgundersorten. Das Klima ist mild und regenarm, was jedoch durch die sehr feinerdigen und tiefgründigen Böden ausgeglichen wird. Hier werden besonders hohe Mostgewichte erzielt und die Säurestruktur der Weine ist sehr moderat, damit werden sie ausnehmend rund im Geschmack.
Das Klima der oberen Nahe wird vor allem durch den Hunsrück und das Nordpfälzer Bergland beeinflusst. Hier, wo es auch Steillagen gibt, ist es kühler und daher reifen die Trauben später, als Folge prägen sich Aroma und Säurestruktur stärker aus, was vor allem dem Riesling zugute kommt, der in dieser Region besonders fruchtig, frisch und ausdrucksstark wird.
In keinem anderen deutschen Anbaugebiet ist die Geologie so vielfältig wie an der Nahe und ihren Nebenflüssen. Hier berühren sich Rheinisches Schiefergebirge, das Saar-Nahe-Becken und das Mainzer Becken. Vielfach finden sich Löss-, Lehmböden, aber auch Quarzit, Sandstein sowie Grünschiefer und Rotliegend und ebenso vulkanische Porphyrböden.

Foto: A. Kircher-Kannemann

Weinanbaugebiet Nahe: Rebsorten

Zu insgesamt 75 Prozent werden an der Nahe Weißweine angebaut. Vor allem Riesling (27 Prozent), Müller-Thurgau (17 Prozent) und Silvaner (8 Prozent), sowie Weiß- und Grauburgunder, aber auch Bacchus, Kerner und Scheurebe erfreuen in großer Vielfalt den Liebhaber des Weins.
An Rotweinen finden sich vor allem Dornfelder (11 Prozent), Spätburgunder (6 Prozent), und Portugieser sowie Regent.
Eine Besonderheit der Weinbauregion Nahe ist der so genannte Edelschliff. Hierbei handelt es sich um eine besonders herausragende Riesling-Auslese, die in einer blauen Designflasche daher kommt und mit einem Edelstein geschmückt ist, der jedes Jahr neu ausgewählt wird. Der Edelschliff ist limitiert auf 1.000 Flaschen und damit ein Wein mit Sammlerwert.

Kommentare