Weinanbaugebiet Hessische Bergstraße



Foto: A. Kircher-Kannemann


Im Bundesland Hessen liegt das mit nur knapp 440 Hektar kleinste deutsche Weinanbaugebiet: die Hessische Bergstraße. Erst 1971 wurde es von der Badischen Bergstraße abgeteilt und ist seither selbständig. Aber die Geschichte dieses Anbaugebietes reicht weit zurück, den der Bergsträßer Weinbau wurde bereits im 8. Jahrhundert im „Codex Laureshamensis“ des Klosters Lorsch urkundlich erwähnt.

Erkunden lässt sich diese Region am besten entlang des Bergsträßer Weinlagenweges, der mitten durch das Anbaugebiet führt. Längs dieses Wanderweges erlebt man die abwechslungsreiche Landschaft zwischen Odenwald und Rheinebene und viele Feste laden den Liebhaber des Weins zum Verweilen ein.
Die Hessische Bergstraße ist in zwei Anbaubereiche unterteilt: Südlich von Darmstadt beginnt die Region Starkenburg. Sie erstreckt sich bis nach Heppenheim, das neben Auerbach und Bensheim ein Weinbauzentrum dieser Region darstellt. Die Odenwälder Weininsel, die offiziell den Namen „Bereich Umstadt“ trägt, ist der wesentliche kleinere Teil und hat ihren Mittelpunkt in dem Städtchen Groß-Umstadt.

Müller-Thurgau - Foto: A. Kircher-Kannemann

Weinanbaugebiet Hessische Bergstraße: Klima und Geologie

Nicht umsonst wird die Hessische Bergstraße auch die „Riviera Deutschlands“ genannt und Kaiser Joseph II. rief aus: „Hier fängt Deutschland an, Italien zu werden.“, denn das Klima ist in der Tat sehr mild und der Frühling beginnt immer einige Tage früher, so dass hier bereits die Mandelblüte einsetzt während es andernorts noch fröstelt.
Am Rande des Odenwalds, der die Landschaft sehr gut gegen raue Nord- und Ostwinde abschirmt, ist die Landschaft zerklüftet und von Steillagen geprägt, deren Bearbeitung zwar mühsam ist, die sich aber hervorragend für den Weinanbau eignen. Die beinahe 1.600 Sonnenstunden haben eine lange Vegetationszeit zur Folge, die sich für den Anbau von Wein hervorragend eignet.
In der Region Umstadt herrschen tiefgründige Lössböden vor, die sich besonders gut für den Anbau des Müller-Thurgau eignen, aber auch Scheurebe, Chardonnay und Gewürztraminer sind hier zu finden.

Spätburgunder - Foto: A. Kircher-Kannemann

Weinanbaugebiet Hessische Bergstraße: Rebsorten

Knapp 80 Prozent der an der Hessischen Bergstraße angebauten Weine sind Weißweine.
Die mit Abstand häufigste Rebsorte ist hier der Riesling, aber auch Müller-Thurgau und Grauburgunder werden angebaut.
Im Rotweinbereich erfreuen vor allem Spätburgunder, Dornfelder und St. Laurent, sowie Regent und Acolon den Weinfreund und bei den mehr als 600 Winzern, die es in diesem kleinen Anbaugebiet gibt wird wohl jeder seinen Lieblingswein finden können.

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